Nachhaltige IT mal anders
Nachhaltigkeit ist das Modewort der letzten Monate. Durch die Finanzkrise anscheinend urplötzlich darüber belehrt, dass kurzfristiger Profit langfristig nicht unbedingt zu den besten Ergebnissen führt, wollen alle nun nur noch nachhaltig sein. Auch in der IT. Aber: nachhaltige IT, was ist das eigentlich? Ist das der kleine grüne Aufkleber mit einem blätterbewachsenen Stecker und dem Schriftzug “Green IT”, der auf meinem Notebook prangt? Oder das 100-Dollar-Notebook der One Laptop per Child-Initiative, dass Kindern in ärmeren Ländern den Zugang zu moderner Informationstechnologie unabhängig von den finanziellen Verhältnissen ihrer Familien geben soll? Das sind zwei ökologische und soziale Aspekte der IT-Nachhaltigkeit, die in den Medien relativ präsent sind. Darüber dass auch in anderen Bereichen der IT die Nachhaltigkeit eine Rolle spielen kann, liest man dagegen seltener.
Vor ein paar Tagen habe ich das “deutschsprachige Standardwerk für Requirements Engineering” (so oder so ähnlich behaupten das jedenfalls die Rezensenten dieses Buches auf amazon) erstanden. Es geht um ein schönes, dickes, orange-rotes Buch mit dem Titel “Requirements-Engineering und Management” von Chris Rupp. Gleich in den ersten Seiten des Werkes findet man einen spannenden Beitrag von Walter Wintersteiger, der sich damit befasst, was eigentlich die Begriffe Software und Qualität bedeuten. Bei der Definition von Software wird zunächst das zusammengefasst, was jeder Informatik-Student (rein theoretisch) gleich im ersten Semester lernt: Software besteht aus Programmcode und Dokumentation. Wenn eines dieser beiden Bestandteile fehlt, dann ist es laut Wintersteiger “(…) entweder Belletristik oder Schrott (…)” ([1], S. 19) - als ich das gelesen habe, musste ich schmunzeln, weil ich finde, dass er damit den Nagel genau auf den Kopf trifft.