Wer schreibt, der bleibt (Teil II)

Vor einiger Zeit habe ich in diesem Blog darüber geschrieben, wie wichtig es in Projektbesprechungen ist, die wichtigsten Informationen und ALLE Absprachen zwischen den Beteiligten schriftlich festzuhalten und allen Teilnehmern zur Kenntnis zu geben. Das ist jedoch nicht der einzige Bereich, in dem sich der Griff zum Stift, ähh pardon, in die Tasten lohnt. Auch bei Terminabsprachen lohnt es, das Ganze noch einmal schriftlich zu bestätigen. Wer schon einmal bei einem Geschäftspartner vor verschlossener Tür gestanden hat, weil es Probleme bei der Absprache gab, weiß, was ich meine… ;)

Neulich beim Kunden: Mein Kollege und ich sind zu einem Workshop-Termin von etwas weiter weg angereist (rund 400 Kilometer genau genommen…) und klingeln an einem Dienstagmorgen im August freudig-erwartungsvoll beim Kunden an der Tür. Eine freundliche Stimme fragt durch die Gegensprechanlage “Ja, bitte?”, worauf mein Kollege antwortet “Guten Tag, wir sind von der Firma *piep* und haben heute einen Termin bei Ihnen”. “Von welcher Firma kommen Sie? Sind Sie sicher, dass der Termin heute ist?” erwidert die Stimme. “Ja, äähh..” sagt mein Kollege und schaut mich ratlos an. “Kommen Sie erstmal hoch”, fordert uns die Stimme auf.

Wir fahren im Fahrstuhl in das Büro des Kunden und werden dort von der Stimme, die sich als resolute ältere Dame entpuppt, mit folgenden Worten begrüßt “Ich habe eben noch einmal nachgeschaut, da hat es wohl ein Missverständnis bei der Terminabsprache gegeben - die Geschäftsführung hat jetzt alle Mitarbeiter für morgen eingeladen und heute ist auch fast niemand im Hause”. Auf unserer vorsichtige Nachfrage, ob das sie das jetzt ernst meine, nickte sie betreten.

Fassungslos ziehen wir uns nach der Abfuhr ins nächstgelegene Café zurück und fragen uns erstaunt, wie dieser Irrtum passieren konnte. Nach kurzem Nachdenken erinnern wir uns, dass der Termin über einen weiteren Geschäftspartner und nur telefonisch abgestimmt worden war. Wir hatten mit dem Partnerunternehmen “Dienstag, den 12. August” abgestimmt. Leider war aber besagter 12. August eigentlich an einem Mittwoch - irgendwie waren bei der Absprache wohl die Wochentage durcheinander geraten. Und während wir komplett auf den Dienstag gepolt waren, hatte sich der Geschäftspartner an dem Datum orientiert und den Kunden auf einen Tag später eingestimmt. Am Telefon fällt so ein Versehen nicht so schnell auf - in einer Mail springt ein falsches Datum da schon eher ins Auge.

Wer schreibt, der bleibt - und geblieben wären wir an besagtem Dienstag auch gerne - nämlich zu Hause. ;)

Friday, March 5th, 2010 at 21:10
No comments yet.

Leave a comment

XHTML: You can use these tags: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>