Wer ist eigentlich “er”?

Nachdem mich gestern ein Vortrag von Ossi Urchs  (ein Mensch mit Rauschebart, der sich gerne Internet-Visionär nennt) ein bisschen philosophisch gestimmt hat, heute mal ein geisteswissenschaftlich angehauchter Beitrag. ;) Mir ist nämlich gerade aufgefallen, dass ich und meine Kollegen oft “er” sagen, wenn wir über das Verhalten einer Software bzw. eines IT-Systems sprechen. Sätze wie “Den Wert nimmt er nicht an”, “Erkennt er das nicht automatisch?” oder “Dann prüft er das Verzeichnis auf neue Dateien” sind da ganz alltäglich. Aber ich denke, dass sich niemand jemals wirklich gefragt hat, wer “er” eigentlich ist.  Grammatikalisch korrekt heißt es ja die Software oder das System, so dass wir eigentlich sagen müssten “Sie will nicht so wie ich” oder “Was macht es denn jetzt schon wieder?”.  Aber solche Sätze höre ich - auch von mir selbst - eigentlich nie. Wer ist denn jetzt nun eigentlich mit “er” gemeint: Der Computer? Der Programmierer, der uns augenscheinlich im Moment an der Nase rumführt? Wie auch immer, ich finde diesen vollkommen selbstverständlichen Sprachgebrauch irgendwie ulkig - und wäre ich jetzt auch ein Visionär, würde ich jetzt wahrscheinlich versuchen, das als klares Anzeichen zu deuten, dass nicht die Maschinen die Menschen maschineller machen, sondern wir die Maschinen menschlicher!

Wednesday, March 11th, 2009 at 17:21

Qualität ist eigentlich ganz einfach

daumenhoch_5001Vor ein paar Tagen habe ich das “deutschsprachige Standardwerk für Requirements Engineering” (so oder so ähnlich behaupten das jedenfalls die Rezensenten dieses Buches auf amazon) erstanden. Es geht um ein schönes, dickes, orange-rotes Buch mit dem Titel “Requirements-Engineering und Management” von Chris Rupp. Gleich in den ersten Seiten des Werkes findet man einen spannenden Beitrag von Walter Wintersteiger, der sich damit befasst, was eigentlich die Begriffe Software und Qualität bedeuten. Bei der Definition von Software wird zunächst das zusammengefasst, was jeder Informatik-Student (rein theoretisch) gleich im ersten Semester lernt: Software besteht aus Programmcode und Dokumentation. Wenn eines dieser beiden Bestandteile fehlt, dann ist es laut Wintersteiger “(…) entweder Belletristik oder Schrott (…)” ([1], S. 19) - als ich das gelesen habe, musste ich schmunzeln, weil ich finde, dass er damit den Nagel genau auf den Kopf trifft.

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Tuesday, March 3rd, 2009 at 13:56

Müssen Projektmanager zertifiziert sein?

Vor ein paar Wochen hatte ich ein recht interessantes Gespräch mit einem Personalberater. Er hatte den Kontakt gesucht, weil er mir eine Stelle anbieten wollte. Da ich jedoch im April bereits eine neue Stelle antreten werden, habe ich dankend abgelehnt. Daraufhin meinte er wohlwollend, er könne mir noch ein paar Tipps geben, wie ich meine Karriere in IT-Projektmanagement und –Beratung noch besser pushen könnte. „Zuhören kostet nichts”, dachte ich mir und beschloss, mir seine Ratschläge einfach mal anzuhören. „Wenn Sie Projektmanagement machen wollen, müssen Sie sich zertifizieren lassen”, sagte er. Wirklich? Muss ich das? Was bringt es mir und was kostet es?  

Die beiden in Deutschland am bekanntesten Anbieter für Projektmanager-Zertifikate sind laut dem Personalberater die Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e. V. (GPM) und das international operierende Projekt Management Institute (PMI). Die Webseiten beider Anbieter erschließen sich dem Besucher nicht unbedingt sofort (man könnte fast sagen, sie sind etwas unübersichtlich), so dass ich hier einmal versuche, einen tabellarischen Vergleich der beiden Zertifikate aufzustellen.

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Thursday, February 19th, 2009 at 14:52

IT-Experten trotz Krise gefragt

Die Wirtschaftskrise ist in aller Munde. Im Radio hört man täglich von neuen Rettungspaketen, die die Bundesregierung auf die Wirtschaft loslassen will, und auch in meinem persönlichen Bekanntenkreis gibt es Unternehmer, welche die Krise deutlich zu spüren bekommen.  Vor allem in den Branchen, die auf irgendeine Weise von der Automobilbranche abhängig sind, stehen Kurzarbeit und Entlassungen auf dem Plan. In dieser Woge schlechter Nachrichten ist es wirklich beruhigend, heute auf Heise.de zu lesen, dass Informatiker trotz allem weiterhin gefragt sind. So liegen zwar momentan in den Unternehmen viele Projekte auf Eis, weil die Firmen in einer Abwartestellung betreffend der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung sind. IT ist jedoch aus den Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Deshalb rechnen die Arbeitsmarktexperten auch nicht damit, dass es für Informatiker in der Krise richtig schlecht aussehen wird. Den kompletten Artikel gibt es unter   http://www.heise.de/newsticker/Informatiker-werden-trotz-Krise-am-Arbeitsmarkt-gesucht–/meldung/122333.

Tuesday, January 27th, 2009 at 09:04

Individualsoftware kaufen ohne Kaufvertrag?

unterschrift_der_ausbildungDas Thema Vertragsrecht gehört zugegebenermaßen nicht unbedingt zu meinen Lieblingsthemen. Notgedrungen habe ich im Rahmen meines Studiums zwar einen Kurs, der sich mit „Wirtschaftlich relevanten Teilen des öffentlichen und privaten Rechts“ beschäftigte, belegt, die Klausur in diesem Kurs aber nur mit Hängen und Würgen bestanden. Die Paragraphensammlungen, die wir bearbeiten mussten, kamen wir damals wie ein überaus mächtiges, aber auch seltsam düsteres Regelwerk vor, um das man lieber einen weiten Bogen machen sollte. Das geht aber leider nicht immer. Zum Beispiel dann nicht, wenn man zufällig eine Individualsoftware bei einer sehr kleinen Softwarefirma gekauft hat und kein Kaufvertrag abgeschlossen wurde.

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Monday, January 26th, 2009 at 16:57